Kunst & Förderer

Jahresthema 2008: Gegensätze - Kontraste

Im heurigen Jahr beschäftigt sich das Kuratorium mit dem Thema "Gegensätze - Kontraste". Um dieses Thema künstlerisch zu interpretieren ist das Künstlerkollektiv meraner gruppe zu Beginn der Saison eingeladen und befasst sich mit der "Identität der Gegensätze".

Der aufmerksame Besucher gerät in unserem Garten immer wieder in Situationen die dieses Thema berühren, sei es im Pflanzen- als auch im Kunstbereich. Langsam, in steter Veränderung, wird der Labyrinthgarten zu einer Oase, deren Ziel nicht intensive Produktion, wie wir sie im Umfeld durch fast schon industriell betriebene Landwirtschaft vorfinden, ist, sondern eine Insel zum Verstecken – ein Spiel, dessen Ziel das Finden ist.

Einen Kontrast bilden zum Beispiel Zypressen und Lärchen die sich auf der Lichtung der Theaterbühne gegenüberstehen und zwei der in Südtirol lebenden Volksgruppen symbolisieren.

Aus dem mediterranen, märchenhaften Lagerströmien-Wäldchen blickt man auf die meist schneebedeckte Bergwelt der Südalpen.

Als konträre Reibefläche kann auch die „peridianische Naht“ angesehen werden. Die Schnittstelle, an der die europäische und afrikanische Kontinentalplatte aufeinender treffen und an der ungeheure Spannungen entstehen, sie durchzieht unseren Garten.

Gegensätze finden wir auch bei den geschaffenen Kunstwerken der meraner gruppe und der weiteren Künstlern Lois Anvidalfarei, Michael Defner, Herbert Golser, Franz Stähler, Kraxentrouga, Berta Ernó Ciupe, Christoph Gabrieli und Ivan Lardschneider. Zum einen, Kunstwerke die dem Betrachter entgegenkommen, gefallen, andere wiederum, die verwirren, provozieren, anregen bzw. aufregen, am eigenen Geschmack rütteln.

Der wirtschaftliche Gegensatz bringt es auf den Punkt: inmitten von profitorientierten Produktionsstätten steht der Garten, der weder dem Zweck der Produktion noch dem wirtschaftlichen Wachstum dient, sondern vielmehr das Ziel in sich trägt, dass der Besucher sich selbst, seinem wahren Wesen nähert, in gewisser Weise sich ein Stück selbst im Labyrinth findet, wiederfindet, zurückfindet. Das „Spiel“ der Spiele „wieder“ spielen.

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